Sansibar – Wo der Pfeffer wächst

Beitrag von Gerti Windhuber www.windhuber.de

„Sansibar – wo ist das denn?“ Das war eine oft gehörte Frage, wenn ich mein Urlaubsziel genannt habe. Einige Freunde und Kollegen dachten zunächst an die gleichnamige Bar auf Sylt, andere hatten gar keine genaue Vorstellung, was das Reiseziel schon mal spannend machte. Die meisten wollten gerne mehr wissen.

 

Reisedauer: 14 Tage
Reisezeit:     April 2014

 

Warum fährt man nach Sansibar und was macht man dort?
Die meisten Touristen verbringen im Anschluss an eine Safari auf dem Festland noch ein paar Tage auf Sansibar. Erholung ist das Stichwort – denn viele Unternehmungen gibt es dort nicht. Ein Stadtrundgang in Stonetown gibt einen Überblick über die bewegte Geschichte der Insel. Viele Stätten erinnern an den Sklavenhandel, der lange Zeit die Insel dominierte. Interessant ist auch das Haus der Wunder – ein Palast des Sultan Barghash. Der Gute war offensichtlich ein Technikfreak, denn das Haus hatte das erste elektrische Licht auf der Insel und sogar einen elektrischen Fahrstuhl. Heute ist es Weltkulturerbe, kann aber leider nicht mehr von innen besichtigt werden.

Den Rundgang kann man ganz leicht kombinieren mit einer Gewürztour. Letzteres ist wirklich spannend, denn die meisten Gewürze kennt man zwar aus der eigenen Küche, wenn man gerne etwas außergewöhnlich kocht, wie sie aber im Urzustand aussehen, verblüfft dann doch. So eine Gewürzplantage sieht dann auch eher wie ein wilder Garten aus, in dem alles quer Beet wächst und zwischendrin einige Tiere für den Hausgebrauch gehalten werden.

 

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Und auch wer gerne zum Tauchen oder Schnorcheln geht, ist in Sansibar gut aufgehoben. Es gibt verschiedene Touren, die man entweder über den lokalen Anbieter buchen kann oder man verhandelt einfach mit einem der Einheimischen am Strand. Dann gibt es zwar kein Mittagessen auf einer malerischen Insel, aber man hat die Spots mehr oder weniger für sich alleine. Preislich kommt es sogar noch günstiger. Wir haben beides gemacht. Die geführte Tour – gebucht direkt in unserem Hotel – war wirklich gut organisiert, das konnte man beobachten, wenn man morgens früh dran war. Es steckt schon eine gewaltige Logistik dahinter, drei Boote mit knapp 50 Gästen einen Tag lang mit allem zu bestücken, was man so braucht und die besuchten Orte so zu hinterlassen, dass es auch noch ein Morgen gibt. Dafür wurde der Anbieter sogar mit einer Auszeichnung bedacht. Die Schnorchel-Reviere sind ebenfalls sehr sauber im Vergleich zu anderen, die wir bereits besucht haben. Es gibt viele Fische und andere Meerestiere, nur leider nehmen auch hier die Seeigel teilweise bereits Überhand und zerstören die Korallen.

 

Sansibar5Weitere Parks laden dazu ein, mehr von der Tier- und Pflanzenwelt der Insel zu erkunden. Das ist jedoch gar nicht notwendig, denn wo man geht und steht, begegnen einem die verschiedensten Tiere und Pflanzen. Bei Ebbe kann man im seichten Wasser Seeigel und Seesterne in allen möglichen Farben finden.

 

Sansibar406Einheimische Fischer auf der Suche nach Kraken und anderen Meerestieren erklären gerne und weisen auf Besonderheiten hin. Mich hat am meisten ein Tier beeindruckt, von dem er sagte, dass es eine Seeigel-Art sei. Allerdings ohne jede Stacheln. Im Gegenteil – der Körper war ganz zart und fühlte sich eher wie ein feiner Schwamm an. Als Abwehrmechanismus ist es in der Lage, lila Tinte zu verströmen, die das Wasser im Nu einfärbt. Hübsch sind auch die kleinen grünen Vögel, die ihre Nester an den kleinen Palmen im Rezeptionsbereich hatten. Darüber hinaus immer wieder ein Spaß: Krabben und Einsiedlerkrebse.

 

Warum Off-Season für uns die High-Season ist?
Die empfohlene Reisezeit für Sansibar ist im Juli/August und über Weihnachten. Wir waren im April, genau dann, wenn die große Regenzeit beginnt und man langsam Probleme bekommt, weil die Flüge der Pauschalanbieter eingestellt werden. Wenn Ihr die folgende Liste anschaut, wird schnell klar, dass die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen:

Das spricht für Off-Season                   Das spricht gegen Off-Season
Der Reisepreis ist unschlagbar             Nur bedingt Flugangebote
Das Personal in den Hotels
kann sich auf die Gäste
konzentrieren
Ab und zu Regenschauer:                    Ab und zu Regenschauer
man bekommt keinen
Sonnenbrand
Wenig Nachtleben = Erholung pur        Wenig Nachtleben

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Geschichte – vom (Sklaven)-Handelsplatz zum Gewürzlieferanten
Sansibar ist eine Insel vor der Küste von Tansania (Ostafrika) und verfügt über eine bewegte Geschichte: Bereits ab 800 betrieben Kaufleute aus dem Oman und Yemen Handel mit den Küstenregionen. Sansibar war als Hafen ideal. Einige Überreste der arabischen Kultur finden sich auch heute noch. Im 15. Jahrhundert entdeckten die Portugiesen die Insel als Stützpunkt auf dem Seeweg nach Indien. Rund 200 Jahre später übernimmt der Sultan von Oman die Insel wieder; es ist der Höhepunkt des Sklavenhandels, eine unrühmliche Zeit an die in der einzig größeren Stadt auch ein Denkmal erinnert.

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Unter Menschenunwürdigen Bedingungen wurden Männer und Frauen auf die Insel gebracht und verschachert. Die Inselbewohner sind alles andere als stolz auf diesen Teil der Geschichte. Es gibt sogar einen gemeinsamen Meilenstein mit Deutschland: am 1. Juli 1890 tritt Deutschland im Sansibar-Helgoland-Abkommen das Königkreich Buganda (Uganda) und das Protektorat über Sansibar an England ab und erhält im Gegenzug die Insel Helgoland. Die Englische Kolonialherrschaft hat bis 1963 Bestand. Danach wird ein Bündnis mit dem Festland eingegangen und es gibt enge Beziehungen zur sozialistischen DDR.

 

Gewürze und Tourismus
Die Haupteinnahmequellen auf Sansibar sind Gewürze und Tourismus. Neben Vanille, Zimt, Nelken, Muskatnuss und Kaffee wächst dort auch der Pfeffer. Deshalb kann man zurecht sagen: ich fahre dorthin „wo der Pfeffer wächst“.

 

Fazit
Wer Erholung sucht, findet sie in der Nebensaison auf Sansibar ganz bestimmt und wird von vorne bis hinten verwöhnt. Action, wie man sie am Ballermann auf Mallorca findet oder auf Ibiza, wird man dagegen nicht finden. Ideal ist so ein Aufenthalt sicher auch direkt nach einer Safari auf dem Festland.

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Weiterführende Links zu Sansibar:
Allgemeines rund um Sansibar
Reise Hinweise Auswärtiges Amt
Wetter & Klima
Tauchen auf Sansibar
Übernachtungstipp: Ocean Paradise Resort & Spa

 

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